Mein erstes Mal All-inclusive-Urlaub

Ein ganz fantastisches 2012 neigt sich dem Ende zu. Ein guter Zeitpunkt um das Jahr Revue passieren zu lassen und zu überlegen was man alles Tolles erlebt hat. Meine größte Mutprobe in diesem Jahr war die Entscheidung einen All-inclusive Urlaub zu machen. Traut man sich ja kaum zu sagen. Ich. All inclusive. Ins Touristen Phantasialand. Allein die Ankündigung entlockte Schreie des Entsetztens bei Freunden die aus Prinzip nur mit Leatherman, Zahnbürste und zwei Unterhosen die Welt entdecken. Aber ich bin ja immer der Meinung das man ALLES zumindest einmal ausprobieren sollte. Ägypten lockte im Mai mit niedrigen Preisen und der Sonnenakku war eindeutig leer. Also ran ans All-you-can-fress-büffet!

Hurghada –  Zauber aus Tausendundeiner Nacht in Gips und Pappmache

Ägypten sollte es also werden. Auschlaggebend hierfür war für uns das rote Meer mit seinen großartigen Tauchspots. Wenn schon Touristenbunker, dann auch richtig – wir sind also nach Hurghada geflogen. Auf dem Hinflug lief zum gefühlt hundersten Mal „Marley und ich“ (kommt das eigentlich nur mir so vor das IMMER dieser Hundefilm oder „Ein gutes Jahr“ läuft?) im „Bord-Kino“ dabei tranken wir brav die uns gereichten Orangensafttrinkpäckchen.

Flughafen Hurghada Ankunftshalle, ab jetzt kein Denken mehr notwendig.

Ankunft in Hurghada. Wir werden abgeholt vom perfekt deutschsprechenden Fahrer – Transfer ins Hotel ist natürlich aus inklusive, wie praktisch so kann ich mein Hirn direkt am Flughafen lassen. Ab jetzt wird sich mein Dasein nur noch auf die Grundbedürfnisse essen und schlafen konzentrieren müssen. Könnte schlimmer kommen.

Ein herzliches „welcame“ von Anfang an

Auf dem Weg ins Hotel: Wüste und Sand, dazwischen Themenhotels in allen Farben und Preisklassen, beliebt scheinen eigene Wasserrutschen zu sein die sich quasi komplett ums Hotel knoten.

Hurghada

Dazwischen halbfertige Hotelruinen und wieder Wüste und Sand.

Ankunft im Hotel. Da ist es, unser persönliches Disneyland für die nächste Woche. Ein Palast aus Gips und bunter Farbe im Look von Tausendundeiner-Nacht mit 400 Zimmern. Das Zimmer ist groß, die Hotelanlage rießig.

Lobby
Zimmer mit Aussicht

Essen gibt es quasi rund um die Uhr. Frühstück, spätes Frühstück, Mittagessen, Snacks, Kaffee Kuchen, Abendessen, Nachtessen und für alle die dann immer noch nicht an Überfressung gestorben sind oder an akuter Unterzuckerung leidern: Nachtsnacks in der Zeit von 01:00 nachts und 06:30 morgends. Uha. Erster Test am Mittagsbüffet.

Auch ich als Vegetarier bin nicht verhungert. Glück gehabt.

Schmeckt wirklich gut. Irritierend war nur das Pärchen Mitte 50 am Nachbartisch, die sich eine Flasche Maggi mitbrachten und ihr komplettes Essen darin ertränkten.

Und das ist unser Kampf Plan: Aufstehen, frühstücken, tauchen gehen, wieder essen, deutsches Satelittenfernsehen gucken und schlafen. Herrlich.

Und wie war`s?

Ich habe wirklich viele Vorurteile gegenüber All-Inclusive Urlauben gehabt. Jetzt hab ich einen gemacht und kann richtig mitreden. Vieles Vorurteile wurden bestätigt. Fieser Getränkesirup zum Selberzapfzen in Plastikbechern, peinliche Abendshows zum Mitmachen, Wassergymnastik mit Mutti und Omi im Hotelpool zu „I´m sexy and I know it“, All-you-can-fress rund um die Uhr in Badeshorts und Addiletten.

Der Wassergymnastiker Vortanzer bei der Arbeit vor der Pool DJ Hütte

Aber es war trotzdem ein schöner Urlaub, wenn man weiß was auf einen zukommt und das Ferienparadiesspiel einfach mitspielt. Es war schön sich mal einfach um GARNICHTS kümmern zu müssen. Essen ist immer da, Internet auch, Pool direkt vor der Nase, selbst am Strand bricht die Getränke und Nahrungsmittelversorgung nicht ab und Minigolf wollte ich eh schon lange mal wieder spielen.

Eine Woche ist aber definitv genug. Wir waren jeden Tag unterwegs, tauchen, sind in die Wüste und nach Kairo gefahren (meinen Instagram Post über Kairo kannst Du hier finden), nur den Abreisetag haben wir komplett im Hotel verbracht. In dieser Kombination haben wir trotzdem das Gefühl gehabt zumindest etwas vom Leben außerhalb der Hotelmauern mitzubekommen. Mit dieser Einstellung waren wir zumindest bei den Leuten mit denen wir uns abends in der „OrientBar“ bei einem perfekt gezapften Pils unterhalten haben schon die totalen Exoten. Eine Familie hat in 2 Wochen tatsächlich nciht einmal das Hotel verlassen und wusste nicht einmal wie die Landeswährung heißt, im Hotel kann man ja alles mit Euro zahlen.

Ägypten ist ein absolutes Taucherparadies und unter Wasser gibt es noch soviel was entdeckt werden möchte, daher würde ich nochmal den Sprung ins All-Inclusive-Disneyland machen.

Fazit: Skurill, unschlagbar preiswert und hat nicht wehgetan.

Hast Du auch schon mal einen All-Inclusive-Urlaub gemacht? Wie waren Deine Erlebnisse?

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4 thoughts on “Mein erstes Mal All-inclusive-Urlaub

  1. 11. Januar 2013 at 13:24

    Sehr schöner Bericht. Da hast du ja einiges erlebt :-)

  2. 12. Juni 2013 at 20:03

    Liebe Sarah,

    klingt tatsächlich gar nicht so schlimm. ;) Mal schauen, ob ich noch ein paar Urlaubstage fürs All-inclusive-Disneyland zusammenkratzen kann. :D

    Liebe Grüße
    Ulli

  3. Andrea
    3. November 2016 at 16:07

    Toller angst-nehmender Bericht!

    Darf ich fragen wie euer Hotel hiess?
    Wir sind ja auch Rucksackreiser, aber haben über Weihnachten spontan eine Woche Urlaub…
    Also leider rentiert sichs nicht, nach Asien zu fliegen, darum denken wir an Ägypten… erster all-inclusive :-)

    Liebe Grüße
    Andrea

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