Ein Abend im Supperclub "Pas un restaurant" in Köln

Am letzten Samstag habe ich einen tollen Abend mit 5 Gänge Menü an einem großen Holztisch mit 14 mir bis dahin unbekannten Menschen in einem umgebauten Industrieloft verbracht. Am Ende des Abends hatte ich nicht nur vorzüglich gegessen und getrunken – ganz nebenbei wurden aus den „Fremden“ am Tisch neue Bekannte.

Neugierig? Björn, einer der Gastgeber des Supperclubs „Pas un restaurant“ hat mir noch mehr erzählt:


Was ist eigentlich ein Supperclub und wie seit ihr auf die Idee gekommen?

Supperclub, Underground Restaurants, Guestaurant, Guerilla Restaurants, … all dies sind Namen für ein und dieselbe Idee, die ursprünglich aus Lateinamerika kommt und die sich über London und Berlin zunehmend auch im restlichen Deutschland verbreitet: Gastgeber überlegen sich ein Menü und laden Leute, die sie in der Regel vorher nicht kennen zu sich nach Hause oder an eine beliebige andere Location ein und verbringen einen geselligen Abend bei dem gutes Essen und nette Gespräche im Vordergrund stehen. Kommuniziert wird meistens über social media. Für uns liegt der besondere Reiz zum einen in der kulinarischen Herausforderung und dem Ausprobieren verschiedenster Gerichte, Techniken, etc., zum anderen finden wir es aber auch wahnsinnig spannend auf diesem Weg neue, sympathische Leute kennen zu lernen mit denen man immer ganz sicher einen gemeinsamen Nenner hat: (gutes) Essen.

Nachdem wir Anfang 2012 zum ersten mal von Supperclubs gelesen hatten und in der Folge bei einigen Supperclubs in Düsseldorf und Köln zu Gast waren, war es für uns irgendwie die logische Konsequenz auch selber als Gastgeber aktiv zu werden. Im Januar diesen Jahres war es dann so weit: Unser eigener Supperclub hatte in Köln Premiere. Weitere Termine finden seit dem im Abstand von jeweils 4-6 Wochen statt. Nachdem wir nun zweimal in Köln waren, geht es im März und April nach Frankfurt. Infos zu unseren Terminen geben wir jeweils auf unserem Blog und bei Facebook bekannt.

Wer seid ihr & was macht ihr wenn ihr nicht gerade Eure Gäste bekocht?

Wir sind 4 begeisterte Hobbyköche, deren Wege sich an unterschiedlichen Stellen gekreuzt haben. Zum Teil haben wir zusammen studiert und/oder in WGs gewohnt. Zwei von uns leben derzeit in Frankfurt, zwei in Köln. Wir gehen unterschiedlichen Berufen nach: zwei von uns sind Architekten, eine ist Soziologin und einer Wirtschaftsingenieur. Neben der gemeinsamen Kochleidenschaft reisen wir viel (und gerne auch gemeinsam), fahren Rennrad, Rudern oder begeistern uns für Musik. Der Supperclub ist für uns ein (weiterer) willkommener Anlass, die Freundschaft auch über die Entfernung zu pflegen.

Wie wählt ihr Eure Menüs aus, woher kommen Eure Rezepte?

Wir lassen uns von ganz unterschiedlichen Quellen inspirieren: Blogs, unserer wachsenden Kochbuchsammlung aber auch anderen Dingen, die auf den ersten Blick nicht unmittelbar mit Essen oder Kochen zusammenhängen. Dabei halten wir uns meist nicht sklavisch an Rezepte anderer Köche, sondern adaptieren und interpretieren diese nach unseren eigenen Vorlieben. Großen Spaß haben wir aber natürlich auch an ganz eigenen Kreationen. Meistens suchen wir uns für unsere Menüs ein übergreifendes Thema, dass sich dann als verbindendes Element durch die einzelnen Gänge zieht. Bei unserm ersten Supperclub im Januar war dies „Brasserie“. Unter diesem Titel haben wir verschiedenste Klassiker der französischen Küche – teilweise neu oder abgewandelt – interpretiert. Für unser Februarmenü lag das Thema angesichts der Wurzelgemüse Saison recht nah. Unter dem Titel „… back to the roots“ haben wir jeden Gang vom Aperitif bis zum Dessert einer anderen Wurzelsorte gewidmet.  

 
Was sind Eure persönlichen Lieblingsspeisen? 

Bei vier Köchen ist das eine schwierig zu beantwortende Frage. Ich glaube ganz allgemein liegt uns eine ehrliche Küche, die geprägt ist von frischen, hochwertigen, regionalen, saisonalen und nachhaltig hergestellten Produkten. Die französische Küche ist in diesem Zusammenhang sicherlich eine starke Referenz, wobei wir uns darauf jedoch nicht festgelegt fühlen bzw. beschränken wollen. Wir experimentieren gerne und von daher wird das was wir kochen vermutlich immer wieder ein bisschen anders sein. Einerseits haben wir in zunehmendem Maße Spaß an einer gemüsebetonten Küche, andererseits sind wir neugiergetriebene Allesesser die ein gutes Stück Fleisch, wenn es denn ökologisch verantwortlich hergestellt wurde nicht verschmähen. Insofern stehen wir in Abhängigkeit von dem jeweils geplanten Menü prinzipiell auch Vegetariern offen gegenüber. Sprecht uns einfach im Zuge einer Reservierung einfach per Mail an  

Wie kann man Euer Gast werden?

In dem man uns eine Mail an cuisine@pasunrestaurant.de schreibt. Die Termine kündigen wir jeweils auf unserem Blog pasunrestaurant.de an. Dort kann man sich auch für einen Newsletter anmelden.  

Für Speis und Trank zahlt jeder Gast am Ende des Abends eine Spende – die Gastgeber geben eine Empfehlung welche Höhe angemessen ist. Ich habe €35,- für das Menü und €15,- für Aperetif, Wasser, Wein, Digestif und Espresso gezahlt. War mir jeden einzelnen Euro wert – ich komme wieder!

Tweet it! Like it! Share it! Tweet about this on TwitterShare on FacebookPin on PinterestEmail to someone

3 thoughts on “Ein Abend im Supperclub "Pas un restaurant" in Köln

  1. 25. Februar 2013 at 09:45

    Das ist toll! Da komme ich nächstes mal sehr gerne mit.

    Eine schöne Vorstellung des Supperclub – auch mit dem kleinen Interview. Wollen wir nicht bei dieser Gelegenheit mal Frankfurt entdecken? ;-)

    LG Christina

    1. 26. Februar 2013 at 09:52

      Wenn wir neben dem leckeren Essen dort noch was spannendes zum Entdecken finden gerne ;-) Ich war bisher tatsächlich immer nur auf Durchreise in Frankfurt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.