Mit dem E-Bike durchs Elsass

Ich liebe Fahrradfahren! Kein anderes Fortbewegungsmittel ist mir lieber um die Umgebung zu entdecken egal ob zuhause oder in Bangkok. Fahrradfahren hat für mich einfach genau die richtige Geschwindigkeit und nichts find ich schöner als den Wind in meinen Haaren zu fühlen und abends einen kleinen gepflegten Sonnenbrand in Fahrradfahrermontur zu haben.

Zuhause in Brühl bin ich mit meinem heißgeliebten aber tonnenschweren Gazelle Hollandrad unterwegs. Liebevoller Kosename: Der Panzer. Ein 1a treuer Schleppessel bei Einkaufstouren auf dem Wochenmarkt (unglaublich wie viele Taschen und Körbe man da drauf machen kann) bei der geringsten Steigung allerdings ein Horror. Das musste ich schweißgebadet feststellen nachdem ich das Rad zum ersten Mal einen klitzekleinen Hügel hochtammeln wollte. Das Ding ist einfach an sich zu schwer. Ein Fahrradpanzer halt.

Auf meiner Tour im Elsaß wurde also eine Alternative getestet. E-Bike fahren. Anscheinend DER Trend schlechthin. Keine Destination die im Moment nicht ihre E-Bike Routen und Verleihe anpreist. Ich hab der ganzen Sache immer recht skeptisch gegenüber gestanden. In meiner Vorstellung waren die E-Bikes eine Weiterentwicklung der Räder mit denen ich die Omas in den Hollandurlauben meiner Kindheit vorbeibrummen gehört habe. Ein Mofa das sich als Fahrrad tarnt. Kam aber alles ganz anders. Ich bin jetzt Fan.

Teststrecke war eine Nachmittagsrunde von Molsheim nach Obernai bei der die dazwischenliegenden Weinberge des Elsass erklommen werden wollten.

In Molsheim wartet mein Begleiter des Tages auf mich. Ein Flyer E-Bike von Movelo. Movelo betreibt ein breites Netz von E-Bike Verleihstationen über mehrere europäische Länder. Kurze Einführung und los geht´s!

Erste Erkenntnis: Erst auf den Sattel setzen und erst DANACH in die Pedale treten. Mit der Unterstützung kannste Dich nämlich sonst auch ganz schnell mal hinlegen, das Ding fährt nämlich direkt los.

Zweite Erkenntnis: Es ist immer noch ein Fahrrad. Das vermutete Vespa Gefühl bleibt Gott sei Dank aus und knattern wie ein altes Mofa tut es selbstverständlich auch nicht. Es ist auch nicht so, dass Du überhaupt nicht mehr treten musst, das musst Du sehrwohl. Nur kommt man (also ich zumindest) auf Hügel und Berge rauf die man sonst hochschieben müsste. Ins Schwitzen kommt man aber trotzdem. Also genau die richtige Unterstützung an den richtigen Stellen. Großer Spaß!

Du kannst die E-Bike in 4 Stufen, über ein kleines Ding das wie ein Fahrradcomputer der 90er Jahre aussieht, einstellen:

  • Low
  • Normal
  • High
  • no support

Die Tour führt zuerst durch die Straßen und Gassen von Molsheim, das wie alle Städte und Orte die ich im Elsass gesehen eine unverschämt gut erhaltene Altstadt hat durch die Weinberge entlang der Véloroute du Vignoble, einem in 2013, anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Elsässischen Weinstraße, neu angelegten Fernradweg, mit einer grandiosen Fernsicht auf die umliegenden Dörfer über Rosheim mit einem kleinen Zwischenstop an der Boulangerie weiter nach Obernai das für mich, die nur eine Kreuz-und-Quer Architektur durch verschiedene Epochen zwischen Jugendstil und 60Jahre Einfamilienhaus gewohnt ist, wie bereits Colmar wie eine wunderschöne Kulissenstadt wirkt. Nur das es halt keine Kulisse ist, sondern echt (ich habe Menschen gesehen, die ganz offentsichtlich dort wohnen! Q.E.D.)

Molsheim
Unterwegs auf der Véloroute du Vignoble
Croissant Pause in Rosheim
Auch für Veggies von außen schön anzusehen: Der Metzger in Obernai
Gibt alles: Der Akku des Flyer E-Bikes

Würde ich nochmal E-Bike fahren? Ja! Ich liebäugel sogar mit einem kompletten E-Bike Urlaub. Dadurch das Du mit dem extra Schub viel mehr Kilometer pro Tag schaffst als normalerweise sind viel längere Strecken möglich. Ist der Akku am Rad leer, kannst Du in einfach in der nächsten Movelo Station tauschen. Wenn Du magst kannst Du Dir sogar Dein Gepäck in die nächste Unterkunft fahren lassen, Riesige Radtaschen adé! Alles tiptop organiesiert.

Möglichkeiten für einen tollen Radurlaub gibt es viele. Alleine das Elsass in Frankreich hat über 2.500 km ausgebaute Radwege, die Dich vorbei an den Sehenswürdigkeiten der Region führen. Ganz nebenbei kann man so die extra Elsass-Kalorien zumindest zum Teil wieder verbrennen.

Bist Du schonmal E-Bike gefahren? Wie hat es Dir gefallen? Wäre so eine Art Radurlaub auch was für Dich?

Elsass Tourismus hat mich auf diese Reise eingeladen. Herzlichen Dank dafür! Meine Meinung bleibt selbstverständlich meine eigene.

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5 thoughts on “Mit dem E-Bike durchs Elsass

  1. 30. April 2013 at 21:22

    Bisher bin ich kein E-Rad gefahren, aber gelesen natürlich schon häufiger davon. Schaut nach einer interessanten Tour aus. Im Ruhrgebiet gibt es mittlerweile eine ganze Reihe Fahrradverleiher, einige (Nextbike) haben die Räder sogar über das ganze Ruhrgebiet(und viele weitere Städte in ganz Deutschland) verteilt. Aber keine E-Bikes. Dafür hat Revierrad (viele Städte im Ruhrgebiet) auch E-Räder im Verleih. Wäre eine Überlegung wert, auch wenn’s etwas mehr kostet.

    LG
    Michael

  2. 1. Mai 2013 at 11:08

    Hahaha ich hab auch eine Panzergazelle :-D und da geht es dir wie mir: ich liebe sie – aber mein Retro-Kettler-Alurad zuvor war deutlich praktischer. E-Bike bin ich noch nie gefahren und wollte es wegen des Rentnerfaktors eigentlich auch nie – aber vielleicht sollte ich mal über meinen Schatten springen! Liebe Grüße und einen schönen Feiertag, Jana

  3. 10. Mai 2013 at 22:47

    Haha, haste dich denn hingelegt mit dem Ding oder war der Popo immer rechtzeitig auf dem Sattel? Ich hatte bisher noch kein vergnügen ein E-Bike zu testen, aber jetzt möchte ich auch selbst wissen wie das ist …

    LG Christina

  4. Anonymous
    29. Juni 2013 at 13:22

    Schöner Bericht!! Ja- ist mir kürzlich auch passiert: da gab es einen Händler gar nicht weit entfernt, der verleiht solche Flyers einen Tag kostenlos. Das hatte ich dann testweise genutzt – da ist es passiert. Kurz später hatte ich eines – und denselben Effekt wie Sie erlebt: so viel wunderschöne Landschaft habe ich, glaube ich, vorher nie erlebt. Die Route, die Sie hier beschreiben, würde mich denn auch interessieren … na ja, mit einem E-Bike kann so manches noch passieren …
    Übrigens, Gedanke zum Schluss, von einem Händler gehört: Man sollte nicht, nach kurzer Testfahrt, in aller Begeisterung gleich ein E-Bike kaufen, sondern: mehrere Modelle, insbesondere auch Rahmengrößen testen, nach Möglichkeit jeweils einen oder mehr Tage, denn manchmal machen 5cm Unterschied in der Rahmengröße und eine etwas andere Sitzposition eines evtl. anderen Modells (zB Flyer Modell L, Modell T, etc.) doch sehr viel aus.

  5. 27. September 2013 at 14:03

    Ich bin letztens durchs Kraichgau (bei Heidelberg) mit dem EBike unterwegs gewesen. Das Land der 1000 Hügel war zwar leichter via Ebike zu erfahren, mein Poppes hat dennoch einiges zu leiden gehabt. Ich glaub ich würd mir demnächst deshalb ein Sitzpolster besorgen. Ansonsten eine coole Erfahrung und wenn die Berge nicht ewig weit hoch gehen auch eine echte Erleichterung.

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