Weihnachten in Phnom Penh und wie ich das erste Mal Heimweh hatte

Eigentlich hatten Kelly und ich geplant dieses Jahr Weihnachten am Strand zu feiern. Allein wegen den Angeberfotos wir am Strand mit Weihnachtsmannmütze und so. Unsere Route hat sich jedoch so ergeben das schon bald klar war das daraus nix wird. Phnom Penh for Christmas würde es also werden. Auch gut, nach 1,5 Monaten Strandleben waren wir sogar froh endlich mal wieder etwas anderes zu sehen außer Sand und Palmen. Mag man kaum glauben.

Welcome to Phnom Penh

Welcome to Phnom Penh

Wenn wir schon Weihnachten in der kambodschanischen 2,2 Millionen Stadt verbringen würden wollten wir uns wenigstens bei der Unterkunft etwas gönnen. Von zwei Engländerinnen, die wir auf unserem Camping Insel Paradies auf Ko Ta Kiev (bald mehr dazu) kennengelernt haben, bekamen wir den Tipp im Aqua Guesthouse abzusteigen und landeten so in einem 75qm Palast mit zwei Schlafzimmern, Wohnzimmer, Terrasse und Massagestuhl (wir lieben ihn!) für €30,- die Nacht. Ein extra „warmly welcome“ gabs bei unserer Ankunft gratis dazu.

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Natürlich ist die Suite völlig überdimensioniert und eigentlich nicht notwendig, wir hatten jedoch im Vorfeld Angst das die Stadt uns erschlägt und eine kleine dunkle, fensterlose Kammer als Rückzugsort klang da nicht besonders verlockend. Außerdem ist ja Weihnachten. So.

Heilig Abend habe ich mit einer Tasse Tee auf unserem Balkon begonnen. Es ist unser erstes Weihnachten weit weg von zuhause und irgendwie wollte bei 30 Grad nicht wirklich besinnliche Stimmung aufkommen, trotzdem fühlte ich mich gut und war voller Vorfreude darauf die Stadt zu erkunden.

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Das änderte sich als wir nur eine halbe Stunde später beim Frühstück saßen und mein Blick auf die Weihnachtsdeko unseres Guesthouses fiel.

Ein Plastikweihnachtsbaum mit jede Menge Glitzergirlanden und OHNE Lichterkette neben einem „No Smoking“ Schild. Ich weiß nicht warum, aber dieser Anblick hat mich schlagartig fertig gemacht. Ich bekam das erste Mal seit dem wir unterwegs sind Heimweh und zwar so schlimm das mir die Tränen in die Augen stiegen. Was ich natürlich überhaupt nicht wollte! Peinlich!

Der Übeltäter.

Der Übeltäter.

Bei Kelly hatte der doofe Baum zum Glück nicht den gleichen Effekt und wieder einmal war ich so froh nicht alleine, sondern mit dem Lieblingsmensch unterwegs zu sein. Ein paar Scherze, ein Kuss, eine Umarmung und die Aussicht am Abend mit der Familie zu hause zu skypen halfen.

Also raus aus der Bude und rein ins TukTuk!

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TukTuk Selfies gehen immer.

TukTuk Selfies gehen immer.

Streets of Phnom Penh

Streets of Phnom Penh

Die erste Sightseeing Station unseres Weihnachtsprogramms war Wat Phnom. Einer der größten Tempel der Stadt und der Ort an dem die Einwohner von Phnom Penh für „good luck“ beten. Genau das haben wir dann auch gemacht und diese Oase der Ruhe auf dem Hügel im lauten und chaotischen Phnom Penh wirkte wie Balsam und übertrug sich auf mich.

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Yes, its Christmas!

Yes, its Christmas!

arme Vögelchen! Sie werden  am Tempel verkauft damit man sie frei lassen kann. Traurig...

arme Vögelchen! Sie werden am Tempel verkauft damit man sie frei lassen kann. Traurig…

Als nächstes wollten wir uns den Royal Palace zu Gemüte führen. Der macht jedoch erst um 14 Uhr auf – 2 Stunden Zeit also um im legendären FCC an der Riverfront einen Eiskaffee zu schlürfen bevor wir die Silber Pagode bestaunen.

FCC

FCC

Kurz nach zwei, und $12 Doller Eintritt für uns beide ärmer sind wir dann im Royal Palace und lassen uns einfach durch das Gelände treiben. Beobachten andere Touristen beim Foto posieren, posieren selber für Fotos und saugen alle Eindrücke in uns auf.

Nach 2 Stunden wissen wir zwar nicht wirklich mehr über die Geschichte des Palastes, da wir für einen Guide zu geizig waren, sind uns aber einig das sich die Tour gelohnt hat.

Eyecandy an jeder Ecke, Bilderbuchtempel und die superschönen Gärten der Anlage haben uns gut gefallen. Und lustige Leute gab´s auch zu gucken.

The Tourist.

The Tourist.

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Vom Palast laufen wir zu Fuß zurück zum Hotel. Die Innenstadt von Phnom Penh ist kompakter als ich dachte, gefühlt so groß wie Köln und damit gut zu erlaufen. Die Straßen sind ähnlich wie in New York mit Nummern benannt und in Blocks angelegt, verlaufen kann man sich hier kaum. Heute nach 3 Tagen trauen wir uns sogar schon ohne Karte aus dem Haus :-)

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Im Vorfeld unserer Reise war eine meiner Sorgen das ich am Weihnachtsabend den großen Heimweh Blues bekomme und hatte mein Festplatte mit meinen Alltime-Favourit Weihnachtsmovies gerüstet. Konnte ja zu dem Zeitpunkt keiner ahnen das dieses Heimweh schon am frühen morgen zuschlagen würde.

Fehlt also nur noch das passende Weihnachtsdinner.

Onkel Google half wie immer zuverlässig und auf dem Blog „Move to Cambodia“ fand ich eine Auflistung mehrerer Läden die Christmas Dinner anboten. Wir entschieden uns für das „Hagar Restaurant“.

Das Hagar hat nicht nur eine exzellente Küche, sondern hilft Mädchen und Frauen die ehemals in den Fängen der furchtbaren kambodschanischen Sexindustrie waren mit einer Ausbildung im Gastrogewerbe ein neues Leben anzufangen.

Und dort kam dann doch noch so etwas wie Weihnachtsstimmung auf. Das Restaurant war mit asiatischen Weihnachtskitsch und Plastikbäumen MIT Lichterketten geschmückt, das Buffet war gigantisch und so lecker das ich mir einen ewig dehnbaren Magen gewünscht habe. Es gab sogar eine Käseplatte! Oh wie ich Käse vermisst habe!

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Mit uns feierte ein bunter Mix aus Expats und Einheimischen mit Kind und Kegel. Zum Dessert gab es dann noch eine etwas schräge aber süße Vorführung der drei Kinder einer russisch-amerikanischen Familie die für uns ein paar Weihnachtslieder sangen. Perfekte russisch gedrillte Performance amerikanischer Christmas Charols in Miss Wahl Kleidchen. Ich war trotzdem gerührt.

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Später lagen wir kugelrund gefüttert und unfähig uns auch nur noch ein mini bisschen zu bewegen bei WDR2 Webradiobeschallung in unserem Suite-Palast. Weihnachtsüberfressung und dazu läuft „Last Christmas“ von WHAM im Radio.  Und das hat sich dann doch genauso angefühlt wie Weihnachten zuhause.

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In diesem Sinne: Frohe Weihnachten Euch allen, wo auch immer ihr seid!

XOXO

Sarah

 

 

 

 

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6 thoughts on “Weihnachten in Phnom Penh und wie ich das erste Mal Heimweh hatte

  1. 26. Dezember 2013 at 10:27

    Das liest sich wunderbar!
    Ein Weihnachten mal ganz anders :-)

  2. 1. Januar 2014 at 18:56

    Hach liebe Sarah, so ein paar Tränchen an Heiligabend ohne Familie darfst du schon verdrücken.
    Wie schön das dein Mann dabei ist und dich aufgefangen hat.

    Für Merry Christmas ist es nun zu spät, aber nicht für Happy New Year.
    Ich wünsche euch noch so viele schöne Entdeckungen und Begegnungen auf eurer Reise.

    Liebe Grüße
    Christina

    1. 5. Januar 2014 at 19:07

      Vielen Dank Tina! Ich wünsch Dir auch ein fantastisches neues Jahr! Bussi!

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